FILMNETZ-NEWS - Festival


Selbstgedrehtes

Das regionale Filmforum zum achten Mal

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gepostet von: Simon Riedl
Rubrik Festival
Ort: Kino Zazie
Beginn 23.06.2010

Seit dem 22. Juni ist das aktuelle Selbstgedrehtes wieder Geschichte. Junge FIlmemacher aus Mitteldeutschland zeigten ihre Werke im Kino Zazie.

 Wie immer fand das Kurzfilmfestival im Programmkino Zazie statt. Trotz des parallel im Fernsehen gezeigten Fußballspiels und der zahlreichen Public Viewings war der Kinosaal voll. Auch dieses Jahr zeigten die eingereichten Beiträge den hohen Stellenwert, den das hallesche Festival für junge FilmemacherInnen hat. Aus diesmal weit über sechzig Einsendungen wurde eine Auswahl von sechs Filmen getroffen.

 

Daniel Böhmes Spiel mit gezinkten Karten erzählt eine klassische Gangstergeschichte, die kunstvoll mit den Mitteln des Film Noir arbeitet. Sebastian Brüders Reise zum Mars ist dagegen eine optisch opulente Verbeugung vor den Science-Fiction-Vorstellungen der Zwanziger Jahre. Der auf einer Drehbuchidee des Bauhaus-Pioniers Walter Dexel basierende Film entstand ebenso wie Jana Keuchels Anders war früher am Weimarer Bauhaus. Thomasz Banischs Weißes Rauschen, freundliche Libido setzt sich mit dem Thema des „Dogs, Bones and Catering“ in Dresden auseinander. Im Rahmen der halleschen „European Animation Master Class“ entstand Francisco Povedas The white rider. Poveda erzählt in düsteren Grautönen einen verstörenden Drogenalptraum. Als letzter Beitrag wurde der am halleschen medienwissenschaftlichen Institut entstandene Frisch machen gezeigt. Friedemann Ebelt geht in seinem Kurzfilm den tierischen Hintergründen der Seifeherstellung auf den Grund.

 

Die Entscheidung machte sich die Jury, unter anderem vertreten durch Prof. Dr. Gerhard Lampe und Friedemann Fanenbruck, dieses Jahr nicht leicht. Nach langer Diskussion befand sie, dass sich der hohe Produktionsstandard vieler Beiträge mit dem Charakter des Selbstgedrehten nicht vertragen würde. Allein zwei Filme befand die Jury für würdig, in die engere Preisauswahl zu gelangen. Letztendlich fiel die Wahl auf Friedemann Ebelts Frisch machen, der dafür neben der Gläsernen Kamera auch den durch den Format Filmkunstverleih Halle gestifteten Geldpreis entgegen nehmen durfte. Den Publikumspreis erhielt Sebastian Brüders Reise zum Mars, der sicherlich auch zukünftig für Sympathien auf diversen Festivals sorgen wird.

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